10. LuCE-Report beleuchtet psychische Gesundheit

Der diesjährige Schwerpunkt lautet „Lung Cancer and Mental Health“ und bietet einen tiefen Einblick in die emotionalen, psychologischen und sozialen Belastungen, die mit der Erkrankung verbunden sind.

Der 10. Report von Lung Cancer Europe (LuCE) wurde im Oktober 2025 veröffentlicht und im Rahmen des Jahreskongresses der European Society for Medical Oncology (ESMO) in Berlin vorgestellt.

Der Report basiert auf den Antworten von 2.204 Patient:innen und pflegenden Angehörigen aus 31 europäischen Ländern. Damit ist er eine der größten Erhebungen zu diesem Thema in Europa.

Psychische Gesundheit: Ein unterschätzter Teil der Lungenkrebsversorgung

Der Report zeigt deutlich, dass psychische Belastungen für Betroffene ein zentrales Thema sind:

  • 61 % der Befragten berichten, dass ihre psychische Gesundheit durch die Erkrankung stark negativ beeinflusst wurde.
  • Häufig genannte Belastungen sind Angst, Unsicherheit, Traurigkeit, Überforderung und Einsamkeit.
  • Viele Betroffene erleben, dass psychologische Unterstützung nicht routinemäßig angeboten wird. Fast die Hälfte gab an, dass niemand aus dem Behandlungsteam aktiv nach der mentalen Gesundheit gefragt hat.
  • Ein erheblicher Teil der Teilnehmenden erhielt keine psychosoziale Unterstützung, obwohl klarer Bedarf bestand.
  • Auch pflegende Angehörige berichteten von hoher emotionaler Belastung und fehlender Unterstützung.

Die Ergebnisse machen sichtbar, dass psychische Gesundheit weiterhin ein deutlich unterrepräsentierter Aspekt in der onkologischen Versorgung ist, obwohl immer mehr Betroffene dank moderner Therapien länger leben und damit langfristig mit den emotionalen Folgen ihrer Erkrankung umgehen müssen.

Versorgungslücken – europaweit

Die Ergebnisse zeigen, dass der Zugang zu psychosozialer oder psychoonkologischer Unterstützung stark variiert:

  • In einigen Ländern existieren strukturierte Angebote,
  • in anderen Ländern sind Patient:innen weitgehend auf sich selbst und ihr soziales Umfeld angewiesen.

 

Hindernisse, die im Report genannt werden, umfassen:

  • fehlende Information über Unterstützungsangebote,
  • zu wenig integrierte Versorgungsstrukturen,
  • Stigmatisierung und Schuldgefühle,
  • ernste soziale und finanzielle Belastungen, die Stress zusätzlich erhöhen.

Ein zentrale Aussage des Reports lautet: “Addressing mental health must become an integral part of lung cancer care, not an optional add-on”. Aus den Ergebnissen des Reports leitet sich klar ab, dass die psychosoziale Betreuung als fester Bestandteil der Versorgung verankert werden muss.

Download

Der Report in englischer Sprache kann hier heruntergeladen werden: 10th-LuCE-Report-2025.pdf

Die deutsche Kurzfassung steht hier zur Verfügung: GERMAN-Executive-Summary-Report-2025.pdf

Europas Lungenkrebsgemeinschaft als Datenbasis: Deutschland

Der jährliche LuCE-Report wäre ohne die aktive Unterstützung der europäischen Patientennetzwerke nicht denkbar. Auch zielGENau wirkt, als Mitglied von LuCE, jedes Jahr an der Erstellung des Reports und der Entwicklung der Fragebögen für den jeweiligen Folgejahres-Report mit.

Für Deutschland teilt der Verein die europaweite LuCE-Umfrage über sein Netzwerk. Die Teilnahme ist traditionell hoch – ein wichtiges Signal dafür, wie groß die Bereitschaft der deutschen Patienten- und Angehörigengemeinschaft ist, ihre Erfahrungen sichtbar zu machen und zur Verbesserung der Versorgung beizutragen.

Ausblick

Auch 2026 wird eine europaweite Umfrage durchgeführt, deren Ergebnisse in den nächsten LuCE-Report einfließen. zielGENau wird erneut zur Teilnahme in Deutschland aufrufen, sobald die neue Umfrage verfügbar ist. Mit jedem Report wächst die Datengrundlage, die dazu beiträgt, die Versorgung von Menschen mit Lungenkrebs europaweit weiter zu verbessern.

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