Moderne zielgerichtete Therapien helfen vielen Patientinnen und Patienten mit ALK-positivem Lungenkrebs zunächst sehr gut. Medikamente wie ALK-Inhibitoren blockieren gezielt das veränderte ALK-Protein und können das Fortschreiten der Erkrankung oft über Monate oder sogar Jahre kontrollieren.
Leider hält diese Wirkung häufig nicht dauerhaft an. Tumorzellen können mit der Zeit Mechanismen entwickeln, um die Therapie zu umgehen. Der Krebs beginnt erneut zu wachsen. Dieses sogenannte Therapieversagen gehört zu den größten Herausforderungen in der Behandlung von ALK-positivem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs.
Genau hier setzt dieses Forschungsprojekt an.
Warum diese Forschung wichtig ist
Das Ziel des Projekts ist es, besser zu verstehen, warum Tumoren resistent gegen Therapien werden und wie daraus neue, wirksamere Behandlungsstrategien entwickelt werden können.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Immuntherapie. Während Immun-Checkpoint-Inhibitoren die Behandlung vieler Krebsarten grundlegend verändert haben, profitieren Menschen mit ALK-positivem Lungenkrebs bislang nur selten dauerhaft davon.
Die Forschung soll helfen zu klären:
- Warum manche Patientinnen und Patienten auf Immuntherapien ansprechen
- Warum andere nicht davon profitieren
- Welche biologischen Unterschiede dabei eine Rolle spielen
- Wie neue Kombinationstherapien entwickelt werden können
Welche Rolle spielt das Tumorumfeld?
Tumoren bestehen nicht aus identischen Krebszellen. Selbst innerhalb eines einzelnen Tumors gibt es unterschiedliche Zelltypen mit verschiedenen biologischen Eigenschaften. Diese Vielfalt kann dazu führen, dass einzelne Tumorzellen eine Behandlung überleben und später erneut wachsen.
Deshalb untersucht das Forschungsteam gezielt das sogenannte Tumormikromilieu – also die direkte Umgebung der Krebszellen. Dazu gehören unter anderem:
- Immunzellen
- Bindegewebszellen
- Botenstoffe, die das Immunsystem aktivieren oder unterdrücken
Einige Tumoren besitzen ein sogenanntes „heißes“ Tumormilieu. Das bedeutet, dass viele aktive Immunzellen vorhanden sind und Immuntherapien oft besser wirken.
Andere Tumoren gelten als „kalt“. In diesen Fällen wird das Immunsystem gehemmt, wodurch Immuntherapien oft deutlich schlechter ansprechen.
Erste Hinweise deuten darauf hin, dass ALK-positive Tumoren besonders häufig zu diesem kalten Typ gehören.
Was untersucht das Forschungsprojekt?
Mit modernen Analysemethoden untersucht das Forschungsteam:
- Welche Zellarten sich im Tumor befinden
- Wo sich diese Zellen genau befinden
- Welche Gene und Proteine in den Zellen aktiv sind
Das Ziel ist, sogenannte Biomarker zu identifizieren. Diese biologischen Merkmale könnten künftig dabei helfen vorherzusagen, welche Patientinnen und Patienten von einer Immuntherapie profitieren.
Darauf aufbauend sollen neue Behandlungsansätze getestet werden, zum Beispiel:
- Kombinationen aus ALK-Inhibitoren und Immuntherapien
- Kombinationen mit weiteren zielgerichteten Medikamenten
Langfristig soll die Forschung dazu beitragen, Therapien individueller anzupassen, Resistenzen früher zu erkennen und das Wiederauftreten der Erkrankung möglichst zu verhindern.
Wer kann das Forschungsprojekt unterstützen?
Gesucht werden Patientinnen und Patienten mit der Diagnose:
ALK-positiver nicht-kleinzelliger Lungenkrebs
die in eine der folgenden Gruppen fallen:
Gruppe A: Immuntherapie als erste Behandlung
Patientinnen und Patienten, die direkt zu Beginn ihrer Behandlung eine Immuntherapie erhalten haben und bei denen diese aktuell noch wirkt oder über einen längeren Zeitraum erfolgreich war.
Gruppe B: Wechsel auf Immuntherapie nach zielgerichteter Therapie
Patientinnen und Patienten, die zunächst mit einer zielgerichteten Therapie behandelt wurden, zum Beispiel mit:
- Alectinib
- Brigatinib
- Lorlatinib
und nach dem Versagen dieser Behandlung erfolgreich auf eine Immuntherapie gewechselt sind.
Gruppe C: Langfristig gutes Ansprechen auf ALK-TKI
Patientinnen und Patienten, die nach ihrer Diagnose einen ALK-Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI) erhalten haben und langfristig gut darauf ansprechen.
Gruppe D: Frühes Therapieversagen unter ALK-TKI
Patientinnen und Patienten, bei denen es bereits nach kurzer Zeit unter einer Therapie mit einem ALK-TKI zu einem Fortschreiten der Erkrankung gekommen ist.
Welche Proben werden benötigt?
Für die Forschung werden bereits vorhandene Gewebeproben benötigt:
- Die Gewebeprobe aus der ersten Diagnosestellung
- Falls vorhanden zusätzlich eine Gewebeprobe nach Fortschreiten der Erkrankung
Wichtig: Es werden sogenannte FFPE-Proben verwendet. Dabei handelt es sich um in Paraffin eingebettete Gewebeproben, die bereits im Archiv der Pathologie aufbewahrt werden.
Wie läuft die Teilnahme ab?
Nach der Kontaktaufnahme musst du dich um nichts weiter kümmern.
Das Forschungsteam der Uniklinik Köln übernimmt den organisatorischen Ablauf direkt mit der zuständigen Pathologie deines Krankenhauses.
Dabei gilt:
- Es wird nicht die gesamte Gewebeprobe benötigt
- Nur ein kleiner Teil wird für die Forschung verwendet
- Die restliche Probe bleibt erhalten und geht zurück an das behandelnde Krankenhaus
Patientinnen und Patienten aus ganz Europa können teilnehmen.
Dein Beitrag zur Forschung
Mit deiner Unterstützung kann die Forschung wichtige Erkenntnisse über ALK-positiven Lungenkrebs gewinnen.
Das kann helfen:
- Therapieresistenzen besser zu verstehen
- Immuntherapien gezielter einzusetzen
- Neue Behandlungsmöglichkeiten zu entwickeln
- die personalisierte Krebsmedizin weiter voranzubringen
Kontakt zum Forschungsteam
Du möchtest das Forschungsprojekt unterstützen oder hast Fragen?
Eva Steinbach-Knödgen, Uniklinik Köln
Häufige Fragen zur Studie
Wer kann an der Studie teilnehmen?
Teilnehmen können Patientinnen und Patienten mit ALK-positivem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs, die zu den beschriebenen Gruppen gehören – zum Beispiel bei erfolgreicher Immuntherapie oder unterschiedlichem Ansprechen auf ALK-TKI-Therapien.
Welche Gewebeproben werden benötigt?
Für das Forschungsprojekt werden bereits vorhandene Gewebeproben aus der Diagnosestellung benötigt. Falls vorhanden, kann zusätzlich auch eine Probe nach Fortschreiten der Erkrankung hilfreich sein.
Muss ich selbst meine Gewebeprobe organisieren?
Nein. Nach der Kontaktaufnahme übernimmt das Forschungsteam der Uniklinik Köln die organisatorische Abstimmung mit der zuständigen Pathologie. Für dich entsteht kein zusätzlicher organisatorischer Aufwand.
Wird meine gesamte Gewebeprobe verwendet?
Nein. Für die Forschung wird nur ein kleiner Teil der vorhandenen Gewebeprobe benötigt. Die restliche Probe bleibt erhalten.
Können auch Patientinnen und Patienten außerhalb Deutschlands teilnehmen?
Ja. Das Forschungsprojekt richtet sich an Patientinnen und Patienten aus ganz Europa.
Warum wird gerade ALK-positiver Lungenkrebs erforscht?
Moderne Therapien wirken bei vielen Betroffenen zunächst sehr gut, verlieren jedoch häufig mit der Zeit ihre Wirksamkeit. Das Forschungsprojekt untersucht, warum diese Therapieresistenzen entstehen und wie zukünftige Behandlungen verbessert werden können.