Studienoption bei EGFR-mutiertem Lungenkrebs

Studie für Patient*innen mit EGFR-mutiertem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs, bei denen es unter einem TKI der dritten Generation zu einem Fortschreiten der Erkrankung gekommen ist.

In einer internationalen Phase-2-Studie wird eine neue Behandlungsmöglichkeit bei EGFR-mutiertem Lungenkrebs untersucht. Dabei handelt es sich um ein sogenanntes Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC), das gegen den cMET-Rezeptor gerichtet ist.

Der Studientitel lautet M25-713 (AndroMETa-Lung-713). Die Studie ist auf clinicaltrials.gov unter der Studiennummer NCT07155187 registriert.

Für wen ist die Studie geeignet?

Teilnehmen können Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenem oder metastasiertem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC), bei denen eine typische EGFR-Mutation nachgewiesen wurde (Exon-19-Deletion oder Exon-21-L858R).

Die Studie richtete sich an Betroffene, bei denen die Erkrankung trotz einer zielgerichteten Therapie mit einem EGFR-Tyrosinkinase-Inhibitor der dritten Generation (EGFR-TKI) weiter fortgeschritten ist.

Dazu gehören zum Beispiel Patientinnen und Patienten mit:

  • Behandlung mit Osimertinib als Erstlinientherapie, mit oder ohne Chemotherapie
    (zwischen letzter Chemotherapie und Studieneinschluss müssen mindestens 6 Monate liegen)
  • Fortschreiten der Erkrankung nach adjuvanter Therapie mit Osimertinib (Behandlung nach einer Operation zur Rückfallvermeidung)
  • Vorbehandlung mit modernen Kombinationstherapien, zum Beispiel mit der zielgerichteten Therapie aus Lazertinib (EGFR-TKI) und Amivantamab, einem dem bispezifischen Antikörper gegen EGFR und MET.

Welche Therapie erhalten Patient*innen?

In der Studie wird ein sogenanntes Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC) eingesetzt.

Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADC) sind eine relativ neue Behandlungsform in der Krebstherapie und werden oft als „intelligente Chemotherapie“ bezeichnet.
Bei dieser Therapie wird ein Wirkstoff mit einem Antikörper verbunden, der gezielt Krebszellen erkennt.
So kann die Chemotherapie wie in einem kleinen „Rucksack“ direkt zur Tumorzelle transportiert werden, während gesundes Gewebe möglichst geschont wird.

Das in der Studie eingesetzte ADC richtet sich gegen den cMET-Rezeptor, der bei manchen Tumoren eine Rolle beim Wachstum spielt.

Der untersuchte Wirkstoff heißt Telisotuzumab adizutecan.
Die Behandlung erfolgt als Infusion alle drei Wochen, in einer von zwei Dosierungsstufen.

Neue Therapieansätze

Bei vielen Patientinnen und Patienten wirkt eine Therapie mit Osimertinib zunächst gut.
Mit der Zeit kann der Tumor jedoch neue Veränderungen entwickeln, die dazu führen, dass die Behandlung nicht mehr ausreichend wirkt.

Eine mögliche Ursache ist eine sogenannte MET-Amplifikation (eine zusätzliche Aktivierung des MET-Signalwegs).

Diese Form der Resistenz tritt bei etwa 15–30 % der Patientinnen und Patienten auf.

Außerhalb von Studien kann in dieser Situation eine Kombination aus Osimertinib und Tepotinib als zielgerichtete Behandlung eingesetzt werden.

Neue Therapieansätze werden derzeit weltweit untersucht. Dazu gehören Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADC), die sich gegen verschiedene Zielstrukturen richten, zum Beispiel MET, HER2 oder TROP2.

Wie kann ich an der Studie teilnehmen?

Bei Interesse an einer Studienteilnahme kannst du dich für den Kölner Standort direkt an das Studienzentrum der Uniklinik wenden.
Hilfreich ist es, wenn du bei der Anfrage einen aktuellen Arztbrief mitsendest.

Ansprechpartner sind:

  • Studienarzt Malte Verheyen (
  • Studienärztin Sofia Stilianakis ( ) und
  • Koordinatorin Katja Ruge ().

Die Studie wird in Deutschland außerdem an den Universitätskliniken Heidelberg, Würzburg, Marburg und Jena durchgeführt.

 

*Quelle: Journal Onkologie – MET-Amplifikation bei EGFR-mutiertem NSCLC

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